ELWE bleibt!

ELWE bleibt!

Die Hausgemeinschaft Elbestraße Ecke Weigandufer hat heute unter dem Motto „ELWE bleibt!“ zu einer Demonstration gegen die Verdrängung von Mieter*innen aufgerufen. Etwa 250 Menschen sorgten bei einem Protestmarsch durch den Neuköllner Norden dafür, dass sich der gesamte Kiez am Fenster die Nase plattdrückte.

Das Eckhaus in der Elbestraße Ecke Weigandufer wurde kürzlich an die JFT Grundbesitz Nr. 28 GmbH verkauft. „Wir befürchten nicht nur Mieterhöhungen und Sanierungsmaßnahmen, sondern auch die Umwandlung in Eigentumswohnungen.“, erklärte eine der etwa 100 Bewohner*innen zu Beginn der Demonstration. Und weiter: „Dagegen wehren wir uns und gehen deshalb heute auf die Straße. […] Schützt Mieterinnen und Mieter vor Verdrängung und Immobilienspekulation!“.

In diesem Sinne ging es wenig später los in Richtung Rathaus Neukölln. Die Demoroute führte zunächst über Wildenbruch- und Weberstraße. Anschließend überquerten die Teilnehmer*innen die Sonnenalle auf Höhe der Weichselstraße. Passend zum Anlass ist dort seit kurzem ein Schriftzug im Großformat zu sehen: „MIETEN RUNTER WÄNDE BUNTER“ lautet die Forderung an einer Hausfassade (siehe unten). Über die Karl-Marx-Straße erreichte der Protestzug schließlich das Rathaus Neukölln. Hier endete die Demonstration mit einer Schlusskundgebung.

Auf ihrem Weg durch den Kiez ernteten die Protest-Teilnehmer*innen durchweg positives Feedback: Applaus, Konfetti vom Balkon und jubelnde Radfahrer*innen sorgten für heitere Stimmung trotz ernster Thematik – und das war gut so! Denn mit der Stimmung kam die Lautstärke: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Wohnung klaut!“ … schon war sie zu sehen, die erste plattgedrückte Nase am Fenster.

Ich wünsche den Bewohner*innen der „ELWE 44“, dass sich ihr beeindruckendes Engagement auszahlt und lege anderen Hausgemeinschaften nahe, sich an dieser Demonstration ein Beispiel zu nehmen!

Alle Eckdaten zu anstehenden Demonstrationen findest du hier. Ich hoffe, dass man sich bei Twitter wiedersieht: @spreedemoblog.

Text und Fotos: Henry Schwietzke